Executive Coaching bei festgefahrenen Führungssituationen
Es gibt Situationen in der Führung, die nicht schlecht genug sind, um zu handeln, und nicht gut genug, um zufrieden zu sein. Ein Team, das unter seinen Möglichkeiten arbeitet. Eine Zusammenarbeit, die hakt. Eine Rolle, die nicht mehr ganz passt. Vieles läuft irgendwie noch, und genau das hält Sie fest.
Als Führungskraft kennen Sie das Gefühl, dass etwas geschehen müsste, ohne dass der Anlass je groß genug wird, um es anzugehen. Erträgliche Lagen zehren oft mehr an Kraft als klare Krisen, weil sie keine Entscheidung erzwingen und doch dauernd präsent sind. Mit der Zeit verschiebt sich die eigene Grenze dessen, was man hinnimmt, und der Zustand wird zur Gewohnheit.
Die erträgliche Lage selbst ist der eigentliche Klebstoff — kein harmloser Zwischenzustand.
Der Psychologe Daniel Gilbert hat dieses Muster als Region-Beta-Paradox beschrieben. Menschen erholen sich von schweren Belastungen oft schneller als von leichten. Ein einschneidendes Ereignis aktiviert die inneren Prozesse der Bewältigung. Ein mildes Unbehagen bleibt unter dieser Schwelle und hält gerade deshalb länger an. Auf Führung übertragen heißt das, dass eine mittelmäßige Lage paradoxerweise mehr Bindung erzeugt als eine klar schlechte, weil sie nichts erzwingt und doch dauerhaft präsent ist.

In meiner Erfahrung kommt dazu ein zweites Muster. Wer in einer solchen Lage frustriert ist, wendet sich meist mit dem Wunsch an die anderen, sie mögen sich ändern. Solange dieser Wunsch das eigene Handeln ersetzt, bleibt der Zustand stabil. Bewegung beginnt erst dort, wo aus dem Wunsch an andere eine Frage an sich selbst wird: Was kann ich tun, damit der erste Schritt aus dieser Lage möglich wird, ohne dass ich auf einen äußeren Anlass warten muss.
Wie ich arbeite
Meine Arbeit setzt an genau dieser Schwelle an. Gemeinsam schauen wir, welcher Gedanke und welches Gefühl Sie in der erträglichen Lage halten und welches Verhalten daraus folgt. Häufig sind es Sorgen vor Eskalation, vor Konflikt, vor Beziehungsverlust, die ein vermeidendes Verhalten erzeugen. Das Verhalten senkt kurz den Druck und hält damit den Zustand am Leben. Diesen Kreislauf sichtbar zu machen ist der erste Schritt.
Im zweiten Schritt arbeiten wir an der inneren Bewegung. Ich arbeite systemisch und beziehe tiefenpsychologisch fundierte Ansätze sowie das Modell der inneren Anteile (Internal Family Systems) ein. Meist tragen Führungskräfte in einer festgefahrenen Lage mehrere Stimmen in sich, eine, die handeln will, eine, die die Beziehung schützen will, und eine, die sich selbst zur Ruhe ruft, ohne gehört zu werden. Diese Stimmen zu kennen und in eine bessere Ordnung zu bringen, ist oft entscheidender als jede strategische Klärung.
Im dritten Schritt übersetzen wir das in konkrete Führungspraxis. Wie sprechen Sie ein Verhalten an, das Sie bisher geduldet haben, ohne dass die Beziehung daran zerbricht. Wie führen Sie ein Gespräch, das Sie lange aufgeschoben haben, in einer Weise, die das Gegenüber nicht in die Defensive treibt. Wir arbeiten an realen Gesprächen aus Ihrem Alltag, oft entlang der Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation, die den ersten Schritt handhabbar machen.
Für wen diese Arbeit sinnvoll ist
Ich begleite seit vielen Jahren Menschen auf C-Level, in der Geschäftsführung und in der Personalverantwortung, mit mehr als 1.000 absolvierten Coaching-Stunden. Ich bin promovierter Ingenieur, ECA-zertifiziert und Lehrbeauftragter an der ISM und der Hochschule Bremen. Meine Klientinnen und Klienten schätzen eine sachliche, psychologisch reflektierte Arbeitsweise.
Diese Arbeit ist sinnvoll, wenn Sie eine Lage erkennen, die bei Ihnen irgendwie noch läuft, und bereit sind, den Fokus von den anderen auf das eigene Verhalten zu verschieben. Sie ist nicht das Richtige, wenn Sie eine schnelle Methode oder ein Rezept suchen, das den Konflikt für Sie auflöst. Was ich anbiete, beginnt dort, wo die Frage nach den anderen sich in die Frage verwandelt, was Sie selbst tun können.
Wie ich über dieses Muster denke
Wenn Sie das Muster zuerst in Ruhe verstehen möchten, finden Sie zwei längere Texte hilfreich:
- Läuft irgendwie noch. Warum Mittelmäßigkeit festhält der ausführliche Beitrag zum Region-Beta-Paradox in der Führung, mit Beispiel aus der Coaching-Praxis.
- Gewaltfreie Kommunikation: der dreifache Puffer das Werkzeug, das den ersten Schritt aus dem Beta-Gebiet handhabbar macht.
Erstgespräch
Ein erstes Gespräch dauert etwa dreißig Minuten und ist für Sie unverbindlich. Wir klären, woran Sie feststecken, ob mein Ansatz zu Ihrer Situation passt und in welchem Rhythmus eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre. Bringen Sie keine Vorbereitung mit außer der Bereitschaft, offen über die Lage zu sprechen, in der bei Ihnen gerade etwas irgendwie noch läuft.