Sehr konkret coachen: woran Sie gutes Online-Coaching erkennen

    Viele, die über ein Coaching nachdenken, fragen sich, ob es am Bildschirm genauso gut funktioniert wie im persönlichen Gespräch. Wer schon einmal eine Stunde vor der Kamera verbracht hat und danach nicht wusste, was sich verändert hat, versteht diese Frage gut. Coaching am Bildschirm kann ebenso wirksam sein wie im selben Raum. Ob es das im Einzelfall ist, entscheidet die Arbeitsweise, und meine beschreibe ich am liebsten mit zwei Worten, sehr konkret.

    Bleistiftzeichnung: Coach im Online-Coaching, im Gespräch mit einer Klientin am Bildschirm, Notizbuch auf dem Tisch.
    Ganz beim Thema, auch am Bildschirm.
    November 20265 Min. Lesezeit

    In meinen letzten drei Erstgesprächen kam, unabhängig voneinander, dieselbe Frage, ob wir uns für das Coaching auch vor Ort treffen können. Das können wir selbstverständlich. Aufschlussreich ist, was hinter der Frage steht. Alle drei waren sich nicht sicher, ob Coaching am Bildschirm so gut funktioniert wie im persönlichen Gespräch. Diese Skepsis höre ich immer wieder, und sie verdient eine ausführliche Antwort.

    Von meinen mehr als 1.000 Coaching-Sitzungen habe ich über 80 Prozent online geführt. 895 davon habe ich als Expert Coach über CoachHub begleitet, bewertet mit 4,78 von 5, weitere über Sharpist und mit Klientinnen und Klienten, die direkt zu mir kommen. Persönliche Termine biete ich gern an, wenn sie sich ergeben. Aus all diesen Sitzungen habe ich gelernt, dass die Wirksamkeit eines Coachings vor allem davon abhängt, wie in der einzelnen Sitzung gearbeitet wird.

    Was Coaching wirksam macht, am Bildschirm wie im Raum

    Ob Coaching auf Distanz schwächer wirkt, ist gut untersucht, und die Antwort ist beruhigend. Online und in Präsenz erreichen Klientinnen und Klienten vergleichbare Fortschritte. Am meisten zählt das Vertrauen zwischen Coach und Klient und die gemeinsame Ausrichtung darauf, woran gearbeitet wird. Eine solche Arbeitsbeziehung lässt sich am Bildschirm ebenso aufbauen wie am Tisch. Sie entsteht aus der Art, wie zugehört, gefragt und gearbeitet wird.

    Jede Sitzung beginnt mit einem konkreten Anliegen

    Zu Beginn jeder Coaching-Sitzung klären wir, worum es heute gehen soll. Ich duze meine Klientinnen und Klienten, und meine Frage dafür lautet fast immer gleich: „Wenn du dein Anliegen in einem Satz beschreibst, der mit ‚Ich wünsche mir‘ oder ‚Ich möchte‘ beginnt, wie klingt der dann?“

    Diese Form hat zwei Wirkungen. Der Satz beginnt mit „Ich“ und richtet den Blick damit auf das, was Sie selbst gestalten können. Er beschreibt außerdem einen Zustand, den Sie erreichen wollen, und lenkt die Aufmerksamkeit von Anfang an auf eine Lösung. Aus „Es gibt einen Konflikt im Team“ wird so etwa „Ich möchte das Gespräch mit meinem Kollegen so führen, dass wir beide wieder an einem Strang ziehen.“ Mit dem zweiten Satz lässt sich arbeiten, und am Ende der Sitzung lässt sich an ihm ablesen, wie weit wir gekommen sind.

    Manchmal gelingt dieser Satz sofort, manchmal ist sein Erarbeiten bereits ein wesentlicher Teil der Arbeit. Nicht selten zeigt sich dabei, dass hinter dem mitgebrachten Thema ein anderes liegt, etwa eine Entscheidung, die seit Wochen aufgeschoben wird.

    Online hat dieser Schritt besonderes Gewicht. Im selben Raum gibt es Anlauf, den Weg ins Büro, den Kaffee, ein paar Sätze über das Wetter. Am Bildschirm beginnt das Gespräch unmittelbar, oft zwischen zwei anderen Terminen. Ein klar benanntes Anliegen gibt beiden Seiten in diesem Moment Orientierung und sorgt dafür, dass die Sitzung vom ersten Satz an Ihrem Thema gehört.

    Jede Sitzung endet mit Ihren Handlungsschritten

    Am Ende jeder Sitzung stehen Schritte, die Sie selbst formulieren. Auch dafür habe ich eine feste Frage: „Wenn du jetzt auf unsere Coaching-Sitzung zurückschaust, welche nächsten Handlungsschritte ergeben sich dann für dich?“ Die Antworten beschreiben, was Sie bis zum nächsten Mal tun, mit wem Sie sprechen oder was Sie ausprobieren. Dass diese Schritte von Ihnen kommen, hat einen einfachen Grund. Lösungen, die Sie selbst gefunden haben, passen zu Ihrer Situation und zu Ihrer Person, und Sie setzen sie mit größerer Wahrscheinlichkeit um.

    Je konkreter ein Vorsatz ist, desto eher wird er umgesetzt. Am besten wirkt ein Schritt, der mit einer Situation verbunden ist, etwa „Wenn im Montagsmeeting das Budget zur Sprache kommt, spreche ich meine Bedenken an.“ Die Situation erinnert dann von selbst an das, was Sie sich vorgenommen haben. Ein guter Handlungsschritt ist deshalb klein genug, um ihn in der kommenden Woche tatsächlich zu gehen, und konkret genug, um zu wissen, wann es so weit ist.

    Konkretheit verträgt sich gut mit Tiefe. Manche Sitzung führt über Werte, wiederkehrende Muster oder innere Anteile, bevor ein Schritt sichtbar wird. Der Schritt am Ende sorgt dafür, dass diese Tiefe im Alltag ankommt.

    Was am Bildschirm anders ist

    Online-Gespräche haben eigene Belastungen. Videokonferenzen ermüden, weil Gesichter ungewohnt nah erscheinen, das eigene Bild ständig sichtbar ist und es mehr Aufmerksamkeit kostet, Mimik und Gestik zu lesen. Das nehme ich ernst. Meine Sitzungen dauern 45 bis 60 Minuten und folgen einer klaren Struktur, damit die Konzentration dem Thema gilt.

    Gleichzeitig bringt der Bildschirm Vorteile, die in der Praxis viel bewirken. Mimik ist aus der Nähe gut zu erkennen, auch kleine Veränderungen im Ausdruck, die oft mehr erzählen als der Satz, der gerade gesagt wird. Ohne Anfahrt passt eine Sitzung in den Arbeitstag, die Abstände zwischen den Terminen können kürzer sein, und das Thema von heute Morgen ist noch frisch. Sie sitzen dabei in Ihrer gewohnten Umgebung, in der die Handlungsschritte anschließend auch umgesetzt werden.

    Wo der gemeinsame Raum noch etwas hinzufügt, zeigt sich bei Einzelaufstellungen. Dabei legen Klientinnen und Klienten Karten mit Begriffen auf den Boden, etwa „die Trauer“, „das Geld“ oder „der Mut“, und stellen sich nacheinander auf sie. Sehr häufig reagieren sie deutlich, sobald sie spüren, wie sie mit einem Begriff verbunden sind. Auch das mache ich online, und es funktioniert sehr gut. Die Klientin oder der Klient schickt mir ein Foto der Aufstellung, sodass ich weiß, wo die Karten liegen. Während sie oder er auf einer Karte steht, sehe ich die Person allerdings meist nicht. Die Kamera am Computer erfasst den Platz am Schreibtisch. Die Aufstellung liegt meist zwei bis vier Meter entfernt im Raum, und nicht jeder Laptop oder Bildschirm lässt sich so drehen, dass dieser Bereich ins Bild kommt. Im selben Raum sehe ich die Reaktion unmittelbar und kann sie sofort aufgreifen. Für solche Methoden ist ein persönlicher Termin deshalb eine Bereicherung, und ich biete ihn gern an. Für die allermeisten Anliegen in der Führung ist Online-Coaching ein vollwertiges Format.

    Woran Sie gutes Online-Coaching erkennen

    Ein Erstgespräch eignet sich gut, um das zu prüfen. Achten Sie darauf, ob zu Beginn Ihr Anliegen geklärt wird und ob Sie danach präziser wissen, worum es Ihnen eigentlich geht. Beobachten Sie, wer mehr spricht. In einem guten Coaching-Gespräch stellt der Coach vor allem Fragen, und die Antworten finden Sie selbst. Fragen Sie sich am Ende, ob Sie einen ersten Schritt vor Augen haben, den Sie in den nächsten Tagen gehen können. Zu einem guten Rahmen gehören außerdem eine stabile Verbindung, ein ruhiger Ort auf beiden Seiten und eine klare Vereinbarung zur Vertraulichkeit.

    Wenn diese Punkte stimmen, wird der Bildschirm zum Rahmen für ein Gespräch, das mit Ihrem Anliegen beginnt und mit Ihren eigenen Schritten endet.

    Weiterführendes

    Häufige Fragen

    Ist Online-Coaching so wirksam wie Coaching in Präsenz?
    Online und in Präsenz erreichen Klientinnen und Klienten vergleichbare Fortschritte. Entscheidend für das Ergebnis ist die Qualität der Arbeitsbeziehung zwischen Coach und Klient, und diese lässt sich am Bildschirm ebenso aufbauen wie im selben Raum.
    Wie läuft eine Online-Coaching-Sitzung bei Dr. Thomas Knoop ab?
    Jede Sitzung dauert 45 bis 60 Minuten. Sie beginnt mit der Klärung eines konkreten Anliegens, das die Klientin oder der Klient in einem Satz beschreibt, der mit „Ich wünsche mir“ oder „Ich möchte“ beginnt. Sie endet mit Handlungsschritten, die die Klientin oder der Klient selbst formuliert. Die Sitzungen finden auf Deutsch oder Englisch statt, online oder in Berlin.
    Wie viel Erfahrung hat Dr. Thomas Knoop mit Online-Coaching?
    Er hat mehr als 1.000 Coaching-Sitzungen geführt, über 80 Prozent davon online. 895 Sitzungen entfallen auf die Plattform CoachHub, bewertet mit 4,78 von 5. Er gehört außerdem zum kuratierten Coach-Pool von Sharpist.
    Woran erkenne ich ein gutes Online-Coaching?
    Zu Beginn wird Ihr Anliegen geklärt, im Gespräch stellt der Coach vor allem Fragen, und am Ende haben Sie einen konkreten ersten Schritt, den Sie in den nächsten Tagen gehen können. Dazu kommen eine stabile Verbindung, ein ruhiger Ort und klare Vertraulichkeit.
    Gibt es Themen, die besser in Präsenz bearbeitet werden?
    Für die meisten Anliegen in der Führung ist Online-Coaching ein vollwertiges Format. Auch Einzelaufstellungen setzt Dr. Thomas Knoop online ein; die Klientin oder der Klient schickt dazu ein Foto der Aufstellung. Im persönlichen Termin kommt hinzu, dass er die Reaktion unmittelbar sieht, wenn jemand auf einer Karte steht und sich mit einem Begriff verbunden fühlt.

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